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Das Quenstedt-Gymnasium und die Corona-Quarantäne

Wir befinden uns im Jahr 2020, ganz Deutschland befindet sich in Quarantäne und manche Schulen im Notmodus…nicht so im oberen Steinlachtal: Das Quenstedt-Gymnasium ist zwar bis auf die Schulleitung und das Sekretariat menschenleer, die Grundversorgung für Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen tätig sind, läuft auch in Ruhe.

Allerdings laufen die digitalen Kanäle seit drei Wochen noch heißer als sonst. Und das hat mit einem großen elektronischen Marktplatz zu tun, der inzwischen nahezu durchgängig bevölkert ist, mit kreativ arbeitenden
Schüler*innen und Lehrkräften. Bereits eine Woche vor den Schulschließungen in BadenWürttemberg begann am Quenstedt-Gymnasium Mössingen die Aktion „Digitales Klassenzimmer“. Es war absehbar, dass es zu Schulschließungen kommen würde. Abteilungsleiter Frank Schiebel legte mehrere Nachtschichten ein und erstellte über die Plattform Moodle eine digitale Blaupause der Klassenstruktur und auch der Fächer, die am Quenstedt unterrichtet werden. Er musste dabei nur die bestehenden Strukturen ausbauen, das Quenstedt-Gymnasium ist digital vergleichsweise überragend aufgestellt, hatte ja mit zahlreichen Projekten in den letzten Jahren als digitaler Vorreiter auf sich aufmerksam gemacht.

Die Wichtigsten an der Schule (die Schülerinnen und Schüler) hatten so von Beginn an jede Menge Möglichkeiten den Übergang zum digitalen Unterricht reibungslos zu schaffen: Sie können sich nun vom heimischen Computer, vom Tablet oder auch per App am Handy in die Lernplattform „Moodle“ einloggen und in ihren virtuellen Klassenraum gehen. Vor Ort erwarten sie Unterkategorien der einzelnen Fächer – wo ihnen die Lehrkräfte für die Zeit der Schulschließung digitalen Unterricht bieten, der weit über das Bereitstellen von Arbeitsblättern hinausgeht.

Und funktioniert’s? „Wir arbeiten mit Moodle am QuenstedtGymnasium seit über zehn Jahren, allerdings war die
Lernplattform nicht über weite Teile des Kollegiums verbreitet, das hat sich nun komplett gewandelt“ so Schulleiterin Annette Bayer. „Alle Kolleginnen und Kollegen hatten sich in kürzester Zeit registriert und sind nun in der Lage Arbeitsmaterialien, Foren, Umfragen, Quizformen und viele weitere Aktiviäten zu erstellen. Natürlich ist das alles auch eine Experimentierphase aber wir am QuenstedtGymnasium begreifen die Corona-Krise in diesem Fall auch als Chance und dieser kreative Prozess ist sehr spannend zu beobachten: Im Lehrerchat bildete sich spontan eine Gruppe ausdauernder Unterstützerinnen und Unterstützer, die das
Kollegium und die Schülerschaft bei Problemen effektiv unterstützten und das immer noch tun. Es ist eigentlich
immer jemand online, zwischen 9 und 12 Uhr meist über 150 Menschen - und so haben sich wirklich tolle Projekte entwickelt: Wir haben teilweise digitalen Unterricht über Video-Konferenzen, die Kinder können in vielen
Dateiformaten zurückmelden, Fragen werden über Foren und Chats gestellt und auch beantwortet, es tut sich richtig was.

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Wir können jetzt endgültig die Ernte unserer ohnehin weit fortgeschrittenen Digitalisierung einfahren. Unser Konzept war es nie, einzelne Klassen mit Tablets auszustatten – ganz im Gegenteil ermöglichen wir es allen unseren Kindern in der Breite, an den Vorteilen der Digitalisierung teilzuhaben.“

Die Rückmeldungen der Kinder und Jugendlichen und die ihrer Eltern werden eingeholt und sind vielfältig und fast ausschließlich positiv, Probleme werden aber auch genannt: Das Homeschooling ist nicht immer für alle Familien einfach, die technische Grundausstattung ist eben nicht in allen Haushalten gegeben – und oftmals wird auch inhaltliche Hilfestellung von den Eltern benötigt, was eben aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist.

Das QuenstedtGymnasium gibt deshalb immer wieder aktualisierte Tipps zum Tagesablauf auf der Schulhomepage, das Selbstlernen ist gar nämlich nicht so einfach und gehört sauber betreut, was am QG geschieht. Eins ist auch klar, so der Tenor aus dem Kollegium des QG: Die Lehrerschaft freut sich wieder auf den
persönlichen Kontakt mit den Kindern, der ist am wichtigsten und birgt auch die größten Potenziale.

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Kategorie: Tagebuch
Veröffentlicht am 30. März 2020